Barrierefreiheits-Tests lassen sich mit Tools manuell, teil- und vollautomatisiert durchführen. Einen möglichst vollständigen Überblick über die aktuellen Test-Tools für barrierefreie Websites haben wir zusammengestellt. Los geht’s.

Vorbemerkungen

  1. Diese Tool-Liste wurde garantiert unabhängig und möglichst objektiv erstellt.
  2. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert, über Hinweise freuen wir uns sehr.
  3. Wir konzentrieren uns auf Barrierefreiheit-Tools zum Testen von Websites und PDF.
  4. Automatisierte Test-Tools decken nur einen Bruchteil der existierenden Barrierefreiheits-Probleme auf (die Grenzen automatischer Prüftools).
  5. Einige Barrierefreiheit-Test-Tools bieten eine Funktion, die gängige Browser bereits von Haus aus mitbringen. Bei Firefox erreichst Du diese Funktionsansicht über „Rechtsklick“, „Barrierefreiheit-Eigenschaften untersuchen“.
  6. Viele der vorgestellten Barrierefreiheit-Plug-ins liefern ähnliche Resultate, da sie oft auf der gleichen technischen Basis (axe-core) aufbauen oder WCAG-Checklisten implementieren.
  7. Barrierefreiheit-Tools mit ungenügender Leistung, übertriebener Werbeversprechen oder störenden Werbeeinblendungen werden in unserer Tool-Liste ignoriert.
  8. Einige Browser basieren auf der identischen technologischen Basis, Chromium genannt. Dazu gehören vor allem Google Chrome und Microsoft Edge. Die Browser-Plug-Ins für Chrome funktionieren daher auch für Microsoft Edge.

Tools für allgemeine Barrierefreiheitsprüfungen

Browser-Plug-ins für Marketing und Redaktion

Browser-Plug-ins für technisch Versierte

Tools für spezifische Barrierefreiheitsprüfungen

Tastaturreihenfolge

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Farbkontraste

Tools zum Testen von PDF

Für PDF-Dokumente gelten mit PDF/UA eigene Standards, doch viele WCAG-Kriterien sind mehr oder weniger gut übertragbar. Allerdings gilt auch hier: Ein grüner Haken heißt nicht, dass etwas wirklich barrierefrei ist. Es muss auch sinnvoll und plausibel sein, die manuelle Prüfung möchte ich auch hier ausdrücklich empfehlen.

PAC 2024

Die Desktop-Anwendung Pac 2024 ist das führende Prüfwerkzeug für PDF/UA, entwickelt von der Schweizer Stiftung „Zugang für alle“ beziehungsweise axes4. PAC als downloadbare Anwendung ist ausschließlich für Windows, dafür aber kostenlos verfügbar.

Mit axesCheck gibt es auch eine webbasierte Prüfanwendung, die von allen genutzt werden kann. Die Software prüft PDF-Dateien auf alle maschinell testbaren Erfolgsbedingungen des PDF/UA-Standards.

Nach dem Scan erhältst Du einen detaillierten Bericht. Bei Erfolg darf das PDF als PDF/UA-konform gelten und ein entsprechendes Zertifikat ausgestellt werden. PAC bietet zudem einen Screenreader-Vorschau-Modus, der die logische Struktur und das Vorlese-Ergebnis visualisiert, sowie eine Anzeige des Tag-Baums mit Statistik.

PAVE (PDF Accessibility Validation Environment)

Ein Web-Tool der schweizer ZHAW, mit dem PDFs sowohl geprüft als auch teilweise nachbearbeitet werden können. PAVE lädt das PDF im Browser und zeigt eine Übersicht der gefundenen Barrierefreiheitsprobleme.

Ganz praktisch ist, dass es für viele Probleme, wie fehlende Struktur-Tags oder Titel, auf Knopfdruck automatische Korrekturen an, die das PDF gleich verbessern, ohne dessen Layout zu verändern. Du kannst auch manuelle Änderungen vornehmen, wie Tags anpassen und Alternativtexte hinzufügen, und bekommst eine aktualisierte Prüfung.

PAVE ist kostenlos nutzbar und eignet sich besonders, um schnell PDFs barriereärmer zu machen, wenn kein Acrobat Pro zur Hand ist. Für größere Dokumentenmengen oder komplexe Formulare stößt es jedoch an Grenzen.

Adobe Acrobat Pro

Adobes PDF-Werkzeuge bieten einen integrierten Barrierefreiheits-Checker für PDF. Acrobat in der bezahlten Variante kann ein PDF analysieren und Probleme wie fehlende Tags, Titel, Sprachangaben und Feldbeschriftungen auflisten. Über die Funktion „Barrierefreiheit bearbeiten“ lässt sich dann vieles direkt korrigieren, halbautomatisch, z. B. Tags nachrüsten und die Lesereihenfolge festlegen.

Microsoft Word

Auch mit Microsoft Word lassen sich barrierefreie PDF erstellen. Microsoft selbst bietet in den Microsoft Word Einstellungen ein Tool zur Überprüfung auf Barrierefreiheit. Einfach unter “Überprüfen” den Bereich “Barrierefreiheit überprüfen” auswählen.

Mit Microsoft machst Du in der PDF-Erstellung schon dann viel richtig, wenn Du die Standard-Vorlagen zum Beispiel für Überschriften nutzt und nicht allzu viel experimentierst.

CommonLook

Für professionelle Anwender gibt es eine Reihe von kostenpflichtigen Tools, die PDF-Barrierefreiheit prüfen und reparieren können. z.B. bietet Plugins und Standalone-Tools zur PDF-Prüfung und -Nachbearbeitung, die von vielen Behörden genutzt werden.

Weitere Anbieter, bei denen sich ein Blick lohnt:

Als Tool zur gelegentlichen Prüfung der Barriererfreiheit von PDF sind PAC 2024 oder PAVE vermutlich die beste Wahl.

Teil- und vollautomatisierte Test-Tools für Barrierefreiheit-Prüfungen

Die folgenden Tools funktionieren ähnlich, weshalb wir diese hier zusammengefasst abbilden. Durch die Eingabe einer oder mehrerer URL oder einer ganzen Domain wird eine automatisierte Prüfung initiiert.

Begleitend dazu werden auch teil-automatisierte Prozesse und manuelle Prüfungen abgebildet, inklusive Verlinkungen auf WCAG- und andere relevante Barrierefreiheit-Ressourcen.

Außerdem gibt es häufig auch Beispiele, Kommentarfunktionen und einen zusammenfassenden Report, häufig mit Ampelfarben in rot, gelb und grün für Fehler, Hinweis und Bestanden.

Diese Tools haben alle im Detail individuelle Vorzüge und Nachteile. Störend ist häufig, dass es keinen unkomplizierten Testprozess gibt. Das macht meiner Meinung nach den Accessibility Checker und die RAMP Web Accessibility Software zu einer guten, ersten Anlaufstelle.

Accessbile Insights for Web

Ich hatte es oben schon erwähnt das Microsoft-Plug-in für Chromium ermöglicht ein geführtes, manuelles Testen auf Barrierefreiheit. Nach einem kurzen Auto-Check (FastPass) bietet das Tool einen Assessment-Modus mit einer gegliederten WCAG 2.2-Checkliste. Die circa 20 Testbereiche beinhalten Erläuterungen und Anleitungen zur Bewertung jedes Kriteriums. Unserer Meinung nach eine gute Einstiegslösung für Inhouse-Marketer und Entwickelnde, um einen schnellen ersten Eindruck zu erhalten.

Accessibility Checker (accessibilitychecker.org)

Der Accessibility Checker ist eine freie Web-Anwendung zur Prüfung der WCAG-Konformität. Nach Eingabe einer URL wird ein Prüfbericht mit detaillierten Fehlerlisten erzeugt. Das Tool wirkt sehr aufgeräumt, es ist übersichtlich und detailliert zugleich.

Kostenlos bietet dieses Tool:

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RAMP – Web Accessibility Software

Mit RAMP starten wir nun bei den professionellen Barrierefreiheit-Tools so richtig durch. Die “Web Accessibility Software” bietet unserer Einschätzung nach eine tolle Transparenz. Es gibt einen fairen Testzeitraum, um alle Funktionen ohne Angabe einer Kreditkarte zu testen. Für mich als Tester bedeutet das eine enorme Erleichterung.

Davon einmal abgesehen gibt es ein Dashboard zur Verwaltung der einzelnen Websites. Dort gibt es zahlreiche Funktionen wie die Häufigkeit der Fehlerprüfung, der gewünschte Standard, eine übersichtliche Ergebnisseite und vieles mehr. Anfang Mai 2025 wurde auch ein aktuelles Anleitungsvideo auf Vimeo hochgeladen (zum Einführungsvideo).

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Jeder, der sich ernsthaft um eine barrierefreie Website bemüht, kommt um das Thema manuelles Testen nicht herum. Gerade hier kann Dir das Tool von RAMP sehr weiterhelfen. Denn wie auf dem folgenden Screenshot zu sehen ist, gibt es neben den “automatisierten Prüfungen” auch ein “manuelles Audit”. Und hier gibt es nicht nur eine Auflistung aller Prüfkriterien, sondern auch noch erläuternde Beschreibungen aus der WCAG.

Diese Prüfkriterien können einzeln und manuell auf der Live-Website mit Hilfe des Browser-Plug-ins Accessible Web Helper überprüft und die Ergebnisse im Dashboard vermerkt werden.

Mir fehlen vor allem Links zu den WCAG, damit hier je nach Bedarf weiter nachgeforscht werden kann. Vielleicht störst Du Dich auch daran, dass es nur in englischer Sprache nutzbar ist.

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Accessibility Center

Wenn Dir Englisch nicht so liegt, könnte das in Kooperation von Sitebruch und Gehirngerecht Digital entwickelte Tool eine Alternative sein. Es funktioniert meiner Meinung nach fast identisch wie wie RAMP. Es wurde im April 2025 eingeführt, weshalb es zu Beginn möglicherweise noch nicht ganz so viele Features hat wie RAMP.

Einen Versuch ist es aber unserer Meinung nach alle Mal wert. Denn wie auf dem folgenden Screenshot gut zu sehen ist, gestaltet sich der Aufbau recht ähnlich und die dafür verantwortlichen Personen sind im deutschsprachigen Raum anerkannte und vertrauenswürdige Experten.

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Weitere Barrierefreiheit-Tools für teil- und vollautomatisierte Tests

Die folgenden Tools sind den bereits genannten sehr ähnlich, bieten allerdings keine kostenlose Testphase oder eine anderweitige Möglichkeit, ohne persönlichem Demonstrationstermin das Tool testen zu können. Auch die Preise sind im April 2025 nicht ersichtlich. Deshalb finden die Tools hier nur eine Erwähnung, ohne eine weitergehende Einschätzung.

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Manuelle Test-Tools für digitale Barrierefreiheit

Polypane, ein Barrierefreiheit-Test-Tool als Browser

Ein spezialisierter, kommerzieller Browser für Entwickler, der integrierte Accessibility-Tests anbietet. Polypane zeigt Webseiten in mehreren Ansichten gleichzeitig und kann auf Knopfdruck Barrierefreiheits-Checks durchführen. So lassen sich Kontrastprobleme, fehlende Alt-Texte oder Strukturfehler interaktiv im Browser überprüfen. Der Vorteil ist eine anpassbare Testumgebung und Echtzeit-Preview von Änderungen. Polypane erfordert allerdings eine Lizenz und richtet sich an Profis, die Prüfung nahtlos im Entwicklungsworkflow haben wollen.

Manuelle Test-Tools für Barrierefreiheit-Prüfungen

Werkzeuge für manuelle Tests und Analysen

Neben den Prüftools, die Berichte liefern, sind manuelle Barrierefreiheit-Tests unverzichtbar, wenn Du wirklich den Anspruch an eine barrierefreie Website hast. Nachfolgend wollen wir Dir einige empfehlenswerten Tools nennen und Dich zur Nutzung ermutigen.

Tools, um spezifischen Beeinträchtigungen zu simulieren

Bookmarklets für Accessibility-Tests

Bookmarklets sind kleine JavaScript-Programme, die als Lesezeichen im Browser (und das funktioniert mit allen Browsern) abgelegt und auf einer geöffneten Seite ausgeführt werden. Sie bieten Dir eine unkomplizierte Möglichkeit, ohne Installation von Plugins schnelle Tests oder Visualisierungen durchzuführen.

Fazit.

Eine ehrliche und vollständige Barrierefreiheits-Prüfung erfordert oft die Kombination mehrerer Tools, automatische Scanner für den ersten Überblick, dazu gezielte manuelle Tests und gegebenenfalls einige der hier vorgestellten Spezialwerkzeuge für PDF oder Design-Aspekte.

Verstehe diese Liste bitte als Grundlage, um Deine Website effektiv und effizient testen zu können. Auch wenn Übung hier den Meister oder die Meisterin macht: Durch den gezielten Einsatz dieser Werkzeuge kannst Du über die Zeit den Prüfaufwand effizient gestalten und kein Bereich und kein zu entwickelndes Web-Element wird mehr vergessen werden.

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